Zum 7. März war wieder Wurftag bei uns auf dem Hof. Unsere Fine bekam Welpen, es ist ihr erster Wurf. Fine ist wieder eine reine DDR-Linie, 2,5 Jahre alt. Ich war ganz gespannt. Der Papa ist unser Krull.

Eigentlich war bei der Mama erst am Sonntag Wurftermin, doch gestern war erst der 59. Tag ihrer Trächtigkeit. Ich habe es lieber, wenn sie etwas später werfen. Am besten gefällt mir der 63. Tag, aber sie kam eben vier Tage früher. Das ist auch noch normal.

Meine Schäfis haben so Anzeichen, wenn es losgeht. Sie fressen erst einmal nichts. Dann haben sie etwas Durchfall. Und dann bleiben sie in ihrer Wurfbox oder wenigstens in ihrem Wurfraum. Fine tat nichts von dem, daher wäre ich fast etwas überrascht gewesen. Sie begrüßte mich jedesmal nett, verließ ihr Nest und schwänzelte mit uns über den Hof. Ihr Fressen, welches wir ihr zwischendurch anbieten, wurde schnell heruntergeputzt. Tragende Hündinnen bekommen bei uns sehr oft kleinere Mahlzeiten am Tag.

Da ich abwechselnd mit Claudia immer wieder nach der tragenden Hündin schaue, war nur der erste Welpe eine Überraschung. So ein zeitiges Beginnen vor dem Wurftermin ist kein Problem, das Lager, die Rotlichtlampen, alles ist schon vierzehn Tage vorher fertig. Die Hündin zieht schon Wochen vor Wurftermin in den Wurfraum, damit sie ihn kennenlernen und sich daran gewöhnen kann.

Der zweite Welpe folgte eine Stunde später. Und wir sind ganz begeistert von der Hündin. Fine ist erst ein Jahr bei uns. Als sie zu uns kam, war sie unsicher und knurrte uns im Zwinger an, teilweise mied sie uns. Nun, ein Jahr später, lässt sie uns an ihre Welpen, keinerlei Anzeichen von Unsicherheit sind bei ihr noch sichtbar. Sie ist völlig ruhig und entspannt. Das hatten wir so nicht erwartet.

Nach einer weiteren Stunde um 17 Uhr dann der dritte Welpe. Er ist sichtbar kleiner als die anderen. Das sieht schlecht aus. Claudia legte ihn schon einmal in eine bevorzugte Position an die Zitzen, mal sehen ob er durch trinken aufholt. Ich habe ein schlechtes Gefühl. Was aus ihm wird, das kann ich morgen sehen. Wenn er sich festsaugt wird alles gut. Wenn er aber mit seinem kleinen Köpfchen hin und her wackelt und die Zitze schlecht erwischt, ist die Prognose schlecht. Claudia streichelt die Hündin dabei und krault sie am Kinn. Fine legt ganz lieb ihren Kopf in Claudias Hand und kuschelt sich an diese.  Was für ein schönes Bild. Ich bin fast etwas neidisch.

Und dann kommt zwei Stunden kein Welpe. Claudia schnappt sich die Hündin und geht mit ihr spazieren. Auch hier sind wir wieder begeistert, wie sehr uns die Hündin vertraut. Zwanzig Minuten später kommt der nächste Welpe zur Welt, auch wieder in normaler Größe und gesund. Und nun nimmt sich Fine wieder eine Stunde Zeit.

Dann kommt der nächste Welpe. Er ist tot… Das ist schlimm. Und die Hündin behandelt ihn wie einen gesunden, sie schleckt ihn ab und stupst ihn an. Da sie noch gut aufpasst auf ihre Welpen, kann ich den Welpen zwar anfassen, aber nicht wegnehmen. Es ist schlimm, so etwas zu sehen. Kurz danach kommt ein weiterer Welpe. Auch dieser lebt nicht. Nun werde ich langsam  traurig. Auch um diesen kümmert sich die Fine. Ich versuche einen toten Welpen zu stehlen, sie merkt das sofort und eilt mir nach. Das war Mist, ich gebe ihr den Welpen zurück und sie trägt ihn wieder in ihre Wurfkiste.

Fünf Welpen aus dem Wurf von Fine und Krull:

Nun kommt sie nicht mehr aus ihrer Box und passt auf die Welpen auf. Trotzdem lässt sie uns ran. Es folgen noch zwei weitere gesunde Welpen. Um zwei Uhr Nachts ist sie fertig mit Werfen, sie hat die Welpen alle schön auf einen Haufen geschoben und schläft erst einmal. Wir sind müde und lassen alles wie es ist.

Heute Morgen um fünf Uhr ist Claudia zu Fine gegangen. Die Hündin liegt entspannt, freundlich und friedlich bei ihren sieben gesunden Welpen. Die zwei toten hat sie vor die Wurfbox geschmissen, regelrecht aussortiert. Manche Hündinnen schmeißen sogar die kranken Welpen heraus.  Das ist eigentlich gut, da sie sich nur um die gesunden kümmern will. Und trotzdem, das ist kein schöner Anblick. Manchmal sind Tiere einfach anders...

Zwei Tage nach dem Wurf hatten wir dann die traurige Gewissheit, dass es der kleine Welpe es nicht geschafft hat. Eine Woche vor Geburt hatte Fine in unserem Auslauf versucht, auf eine kleine Erhöhung zu springen. Dabei ist sie ausgerutscht. Ich stand daneben und habe mit ihr geschimpft, weil sie so etwas macht, wenn sie tragend ist. Das könnte die Ursache gewesen sein...

Über mich

Hallo, ich bin Mario Jessat. Ich bin erfolgreicher Hundezüchter, Hundesportler, Hundetrainer und ein wenig hundeverrückt. Denn Hunde aller Rassen begleiten mich schon seit mehr als 40 Jahren.

Mit meinem Schäferhunderudel war ich schon zwei mal im Fernsehen in Dokumentarfilmen zu sehen, und meine Hunde standen bereits für zwei Filme vor der Fernsehkamera.

Ich bin Mitbetreiber der Internetplattform "Snautz.de" und besitze eine eigene Futtermarke "Stadtwolf". Über mein tägliches Leben mit meinen Hunden berichte ich hier im Newsletter und im Blog.

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