Ich bin ein Hundesammler. Ich war es schon immer und ich komme dagegen nur schwer an, obwohl ich mir jedes Mal, wenn ich das Gefühl habe, es werden zu viele Hunde, vornehme, dass nun kein neuer Hund mehr nach Frohnsdorf zieht.

Natürlich habe ich bevorzugte Rassen, wie vor Jahren meine Schlittenhunde oder nunmehr meine Schäferhunde. Ich sehe einen Hund, welcher zur Abgabe steht, er gefällt mit, passt in mein Profil oder Beuteschema und schon rasselt es im Kopf. Oder ich sehe einen, dem es nicht so gut geht, der in seinem Zwinger steht und dort sein Dasein fristet. Schon geht das Gerassele im Kopf wieder los. Es beginnt zu arbeiten im Kopf, keinen Menschen kannst du so schnell überzeugen wie dich selbst. Da fällt vernünftig bleiben manchmal schwer. Aber ich werde älter und lerne meine Macken besser kennen.

Vor Jahren, ich hatte damals noch Schlittenhunde, verbot mir meine damalige Lebensgefährtin unter Androhung auf Auszug, auch nur noch einen Hund zu holen. An Schlittenhunden hatte ich 13 und Schäferhunde schon sechs. Bei einer Tour nach Österreich sah ich eine wunderschöne Hündin, welche auch noch einen Schlitten ziehen konnte. Sie stand zur Abgabe, also lud ich sie ins Auto und fuhr nach Hause.

Da ich genau wusste, dass es diesmal Ärger, aber richtig Ärger geben würde, erdachte ich mir einen Plan: Ich brachte den Hund zu einem Freud. Nach drei Weinbrand waren wir uns einig. In der Nacht, so der Plan, gegen drei Uhr bindet er den Hund bei mir an den Zaun. Ist einfach ausgesetzt, das arme Tier und das wäre in dem Fall ja nicht einmal gelogen.

Alles war klar, ich eilte nach Hause und irgendwann ging die Familie auch schlafen. Nachts weckte uns dann das Gebell meiner Hunde. Also musste ich ja nachsehen, was dort ist. Am Zaun hing ein Hund und mit den Worten "unglaublich, morgen informiere ich die Polizei und den Tierschutz" holte ich den Hund zu uns in die Wohnung. Leider freute sich der Hund wie verrückt, wedelte in meine Richtung und kuschelte sich an mich.

Nach einer halben Stunde in der Wohnung stellte ich dann fest, dieser Hund würde auch gut zu uns passen und er sieht ja aus wie ein Zughund, vielleicht könnte man das arme Tier ja erst einmal an unserem Trainingswagen ausprobieren. Das war der Augenblick, in dem mir meine Ex-Freundin tief in die Augen schaute und sagte "Mario, lass es".  Mist, wenn man so durchschaut wird. Aber den Hund behielt ich trotzdem ;-).

Links im Bild am Trainingswagen steht die Mulan, die ich nachts an den Zaun gebunden habe:

Heute, mit wesentlich mehr Erfahrung, nehme ich nicht mehr alles mit nach Hause. Wir haben wirklich genügend Hunde. Leider scheint das nun meine Freundin Claudia nicht so zu sehen, sie möchte gern noch einen Hund, einen Jack Russell, einen kleinen, was fürs Herz.

Was fürs Herz, da hat sie mich. Und ich kenne diese kleinen Biester, sie kläffen und rauben dir den Sonntagmittagsschlaf. Claudia lacht und sagt "wann kommst du sonntags mal zum schlafen". "Und sieh doch mal, den haben wir dann gleich für unsere Hundeschule, da brauchen wir immer mal einen kleinen Hund." Ich fasse es nicht!

Er wird Einstein heißen und zieht Mitte Oktober zu uns...

Über mich

Hallo, ich bin Mario Jessat. Ich bin erfolgreicher Hundezüchter, Hundesportler, Hundetrainer und ein wenig hundeverrückt. Denn Hunde aller Rassen begleiten mich schon seit mehr als 40 Jahren.

Mit meinem Schäferhunderudel war ich schon zwei mal im Fernsehen in Dokumentarfilmen zu sehen, und meine Hunde standen bereits für zwei Filme vor der Fernsehkamera.

Ich bin Mitbetreiber der Internetplattform "Snautz.de" und besitze eine eigene Futtermarke "Stadtwolf". Über mein tägliches Leben mit meinen Hunden berichte ich hier im Newsletter und im Blog.

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