In letzter Zeit habe ich immer wieder Hunde in der Hundeschule zu Besuch, welche an der  Leine ziehen oder auch in Richtung anderer Hunde pöbeln. Das kann mehrere Ursachen haben, aber meistens wollen diese Hunde zu den anderen hin oder diese vertreiben.

Ich habe nun alle Varianten durchprobiert, wie ich am schnellsten zum Erfolg komme. Die meisten Hundeschulen wie auch ich haben vor Jahren bei jungen Hunden empfohlen, einfach stehen zu bleiben. So lange bis der kleine Bambino nicht mehr zieht und dann weiterzulaufen. Und bei den größeren pöbelnden Hunden wurde empfohlen, die Richtung zu wechseln und zurückzugehen.

Ich war der Meinung, irgendwann wird der Hund es schon kapieren, dass es ihm nichts nutzt, wenn er kläffend zu den anderen hin will oder gar in ihre Richtung pöbelt. Und irgendwann wird er sich ruhig verhalten und nicht mehr ziehen, wenn er so nicht weiter kommt. Kommt ganz auf den Hund drauf an. Manchmal hat das auch geklappt - so einer von hundert Hunden, mit zwei Jahren Training. Oder etwas mehr. Oder leicht weniger. Vielleicht war er auch alt geworden, der Hund oder der Besitzer, wer weiß das schon nach so langer Zeit.

So sehen entspannte Hunde an der Leine aus:

Am schwierigsten ist es, wenn ein Hund zu den anderen Hunden bellt. Das kann Unsicherheit sein, aber auch die Verteidigung des Rudels. Der Hund macht alles richtig. In beiden Fällen übernimmt er die Verantwortung und sagt dem anderen Hund "Du bist hier nicht erwünscht". Und seinem Herrchen sagt er "Achtung, Gefahr". Und da er einen tollen Besitzer hat, versteht dieser seinen Hund und begibt sich aus der Gefahrenzone und kehrt um. “Gott sei Dank”, merkt der Hund, “es ist geschafft”. Aber nun, nachdem der arme Hund hofft, dass sein “Leinenmitläufer” es kapiert hat, kehrt dieser wieder um und begibt sich erneut in die Gefahr oder unsichere Zone zurück.

Nun aber, nun muss der Hund noch mal richtig in die Leine springen. Herrchen kapiert es leider nicht anders. Und dann, Gott sei Dank geht es wieder in die andere Richtung. Der Hund muss wirklich schwer arbeiten, aber er hat Erfolg. Sein Herrchen gibt auf und macht um andere Hunde einen großen Bogen. Wenn ein Hund in die Leine springt und andere Hunde angreift, dann sage ich ihm mit dem Umdrehen und Umkehren "du hast recht, ich habe dich verstanden".

Es gibt viele Möglichkeiten den Hund an anderen Hunden vorbei zu bekommen: Futterlaufen, Ablenken mit Spielzeug oder eben auch die Verantwortung übernehmen und einfach vorbeigehen. Und am besten ohne den pöbelnden Hund an einem normalen Hundegeschirr zu haben. Damit schicke ich ihn schon wieder in die Verantwortung, denn er läuft vorn. Damit mag der Hundetrainer und sicher auch ich klarkommen - es sind nur wenige, die mit so einem Geschirr arbeiten können. Auch auf dem Übungsplatz mag das klappen und bei bestimmten Hundetypen.

Für Besitzer, die ihren Hund kaum noch halten können: Ich lasse mir dazu sogenannte Antizuggeschirre nähen. Diese sind stabiler als die herkömmlichen im Laden.

Das ist mein Antizuggeschirr, der Hund kann bequem damit liegen:

Und am liebsten übernehme ich die Führung und bringe meine Hunde sicher an den anderen vorbei. Für unserer nächstes Seminar haben sich schon zwei Pöbler angemeldet, auf diese freue ich mich ganz besonders. Im Video von einem Training mit pöbelnden Hunden kann man gut sehen, wie sich das Verhalten der Hunde im Laufe der Übungen verbessert.

Über mich

Hallo, ich bin Mario Jessat. Ich bin erfolgreicher Hundezüchter, Hundesportler, Hundetrainer und ein wenig hundeverrückt. Denn Hunde aller Rassen begleiten mich schon seit mehr als 40 Jahren.

Mit meinem Schäferhunderudel war ich schon zwei mal im Fernsehen in Dokumentarfilmen zu sehen, und meine Hunde standen bereits für zwei Filme vor der Fernsehkamera.

Ich bin Mitbetreiber der Internetplattform "Snautz.de" und besitze eine eigene Futtermarke "Stadtwolf". Über mein tägliches Leben mit meinen Hunden berichte ich hier im Newsletter und im Blog.

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