Meine Hundewanderung sollte drei Wochen dauern. Ich wollte sie Mitte August 2017 beginnen, da ist erstens Sommer und demzufolge mit gutem Wetter zu rechnen. Zweitens ist die Brut- und Setzzeit der Vögel zu Ende, man eckt nicht mit den Tierschützern an. Und drittens sind auch die Ferien vorbei und man hat es auf der Wanderung ruhiger. Viele Menschen haben Angst vor Hunden und vor zirka 15 freilaufenden Schäferhunden noch mehr. Ich hatte einfach keine Lust, mein Rudel immer wieder anleinen zu müssen.

Lange suchte ich nach einer geeigneten Wanderstrecke bis wir die Idee hatten, auf dem "Grünen Band" zu wandern. Das Grüne Band ist der Plattenweg der ehemaligen DDR-Grenzer, wo die Transport- und Grenzfahrzeuge der DDR-Grenztruppen fuhren. Der Plattenweg ist wegen der unberührten Natur an seinen Seiten heute zu einem Naturschutzgebiet umgewandelt. Er führt durch landschaftlich schönes Gelände und ist auch historisch sehr interessant. So gibt es dort alte Grenzzäune, Todesstreifen, Stasitunnel und natürlich auch Gedenkstätten.


Die Strecke am grünen Band ist landschaftlich wunderschön. Tagelang kann man laufen ohne einem anderen Menschen zu begegnen. In einigen Gebieten sollte man trainiert sein. Es geht bis 700 Höhenmeter hinauf.

Und natürlich Hundelaufanlagen, an denen die Vorfahren meiner Schäferhunde Dienst getan haben. So war es nicht nur eine Wanderung zur Geschichte zweier deutscher Staaten, sondern auch eine Wanderung zur Geschichte meiner Hunde.

Der MDR, der schon einmal auf meinen Hundehof filmte, hatte die Idee, eine Dokumentation zu drehen. Ein Kamerateam wollte uns einige Tage begleiten und dazu war es nötig, die Wanderstrecke auch mit dem Filmteam und deren Bedürfnisse in einen Einklang zu bringen. Der Film ist in der Mediathek abrufbar: "Echt - DDR-Blut und Liebling des Westens".


Der Beginn des Fernsehdrehs bei mir auf dem Hof. Drei Tage war das Team mit auf Wanderung und das ist keine leichte Arbeit. Aber der Film war toll gelungen, ich hatte hunderte positive Nachrichten.

Außerdem, und das war mir das Wichtigste, wollte ich einmal wieder mit meinem Rudel unterwegs sein. Spazieren gehen wir täglich, aber so in einer völlig fremden Gegend ist es wieder etwas anderes. Tag und Nacht zusammen, losgelöst von den Telefonen, den sozialen Netzwerken und sonstigem Drumherum des täglichen Lebens einfach wieder einmal wandern, so wie ich es oft bei den Umtrieben meiner Schafherde zu DDR-Zeiten getan habe. Mensch und Tier in der Natur, ein bisschen das Gefühl der vergangenen Zeiten heraufbeschwören. Übernachtet werden sollte im Zelt und für die Hunde wurde mittels Spanngurten und einer großen Plane ebenfalls ein zeltähnlicher Unterschlupf geplant. In der Hoffnung, jeden Abend einen geeigneten Rastplatz zu finden, dass uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht und dass wir selber durchhalten, liefen wir los. Ein wenig ins Ungewisse, auch das hat seinen Reiz...