Mein Jungdeckrüde Krull wird erwachsen. Er ist nun über zwei Jahre alt und hat schon zwei mal gedeckt. Er ist groß geworden und kräftig. Und er hat meinen älteren Deckrüden Sido an Gewicht überholt, er ist größer und schwerer als er.

Oft haben wir bei uns Gasthunde. Krull beginnt, die Gasthunde anders als früher zu begrüßen. Und er versucht sofort, fremde Rüden aus dem Rudel zu schicken. Wie gerade unseren Urmel, ein acht Monate alter Rüde welcher zu uns zurückgekommen ist. Ich muss da ein wenig aufpassen, aber ich kann Krull verstehen. Denn das Urmelchen versucht auch schon hier und da mit den Mädels durch Aufspringen in engeren Kontakt zu treten.

Urmel ist neu bei uns. An der Straße muss ich ihn noch an die Leine nehmen. Er ist sehr groß für seine neun Monate:

Hier sind pausenlos irgendwelche Damen läufig, das ist nun mein Harem, denkt Krull. Und wenn eine Hündin läufig ist und er darf nicht decken, dann wird seine Laune nicht besser. Und er wird streitsüchtig. Sido auch. Hunde sind die wahren Menschen. Das ist ein junger Rüde, er ist voller Testeron. Wie die jungen Burschen im Club, wenn sie um Mädchen streiten. Denen brauchst du nicht gut zureden, sondern jage sie drei bis acht mal im Sprint um den Block und gib ihnen dann paar Boxhandschuhe. Dann können sie ihr Testeron abbauen. Ich sorge bei den Spaziergängen dafür, dass die Rüden richtig platt sind.

Leider geht Krull auch dem Sido nicht mehr  aus dem Weg und ich bewundere Sido sehr, dass er da in Kontrolle bleibt und auf meinen Wunsch den Krull in Ruhe lässt. Sido hat schon tollen Nachwuchs geliefert. Und egal wie kräftig Krulli schon ist, Sido ist fünf Jahre und voller Kraft. Und er würde sehr ernsthaft hinbeißen, wenn es zur Sache geht. Er weiß, was er kann. Und dass Krull ihm nicht mehr aus dem Weg geht, ärgert ihn mächtig.

Meine Hunde können machen was sie wollen. Alles was ich erlaube und solange ich es erlaube. Da sie wissen was erlaubt ist, können 20 Hunde ihren Tag gemeinsam draußen verbringen. Und ich erlaube unter anderem keine Raufereien. Ich habe gerade beim Schreiben meines Buches festgestellt und mich zurückerinnert, wie sich vor 35 Jahren die Hunde bei mir gebissen haben. Das war eine Scheißzeit. Heute haben sie Burgfrieden zu halten. Alles ist erlaubt, um ein Plätzchen in meinem Rudelgefüge zu finden, nur keine Beschädigungskämpfe. Dann kommt Herrchen und macht mit. Zwei unkastrierte Rüden, fast gleich stark, mit den Hündinnen rings herum ist das nicht ohne. Trotzdem, ich lasse sie zusammen in den Auslauf und sie gehen sich aus dem Wege. Läufige Hündinnen sind dann natürlich nicht dabei.

Krulli ist schlau. Unsere kastrierten Rüden Gandhi und Blacky sind auch sehr stark und könnten es körperlich jederzeit mit Sido aufnehmen. Gandhi und Sido müssen das geklärt haben, diese beiden ignorieren sich völlig. Sie laufen auch aneinander vorbei, ohne dass der eine von dem anderem etwas will, sie sehen sich nicht einmal mehr an. Aber Blacky sagt dem Sido jedesmal, wenn er sich nähert, dass er sich verpissen soll. Blacky ist ein mächtiger Rüde. Und der Krull, der sieht das natürlich. Der schwänzelt vor beiden Kastraten herum. Schlapper hier, Schwanzwedeln da, Beschwichtigung dort. Ich wundere mich ja schon, dass er ihnen sein Futter nicht noch hinträgt. So eine kleine Ratte. Da werden Verbündete gesucht. Game of Thrones ist eröffnet.

Hier haben sich Sido (hinten) und Krull im Blick. Der neue Rüde sorgt im Rudel für zusätzliche Spannung:

Über mich

Hallo, ich bin Mario Jessat. Ich bin erfolgreicher Hundezüchter, Hundesportler, Hundetrainer und ein wenig hundeverrückt. Denn Hunde aller Rassen begleiten mich schon seit mehr als 40 Jahren.

Mit meinem Schäferhunderudel war ich schon zwei mal im Fernsehen in Dokumentarfilmen zu sehen, und meine Hunde standen bereits für zwei Filme vor der Fernsehkamera.

Ich bin Mitbetreiber der Internetplattform "Snautz.de" und besitze eine eigene Futtermarke "Stadtwolf". Über mein tägliches Leben mit meinen Hunden berichte ich hier im Newsletter und im Blog.

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